Tagesfortbildung «Herzenssache Thorax» in Olten


Am 25. April 2026 fand die Tagesfortbildung der Sektion Deutschschweiz der SVMTR statt. Unter dem Motto «Herzenssache Thorax» standen Lunge und Herz im Zentrum der Veranstaltung. Insgesamt 47 Teilnehmende fanden den Weg nach Olten und erlebten einen rundum gelungenen Tag mit abwechslungsreichen und fachlich fundierten Vorträgen.

Der erste Vortrag wurde von Anita Lauber, Fachlehrperson medi Bern, gehalten. Der Fokus lag auf der Anatomie und Physiologie der Organe im Thorax. Mit einer Begeisterung, die kaum zu übertreffen war, versorgte sie die Teilnehmer:innen mit eindrücklichen Fakten und anschaulichen Informationen. Von selbst gebastelten Modellen zur Darstellung physiologischer Prozesse über wunderschöne Anatomiebilder bis hin zu überraschenden Fun Facts war alles dabei. Ein kleiner Exkurs führte sogar zu den Bauchmuskeln: Wusstest du, dass der gerade Bauchmuskel ein Segmentmuskel ist? Vermutlich schon – schliesslich ist das «Sixpack» vielen bekannt. Spannend ist jedoch, dass es sich um einen eher schwachen Muskel handelt, der beispielsweise auch bei Regenwürmern vorkommt. Nach diesem Vortrag konnte jedenfalls niemand mehr behaupten, Anatomie und Physiologie seien langweilig.

Komplexe Pathologien im engen Thoraxraum
Weiter ging es mit der oberen Thoraxapertur in der MRT. Michel Maire, Teamleiter Radiologiefachpersonen bei Medical Imaging Luzern AG, stellte die beiden Krankheitsbilder Pancoast-Tumor und Thoracic-Outlet-Syndrom (TOS) näher vor. Zunächst erläuterte er das zentrale Problem der oberen Thoraxapertur: Dort ist der anatomische Raum sehr begrenzt, weshalb bereits kleine Veränderungen grosse Auswirkungen haben können.

Der Pancoast-Tumor, ein apikaler Lungentumor, infiltriert häufig den Plexus, die Rippen und die Wirbelsäule. Entsprechend ist die Prognose eingeschränkt: Etwa 50 % der Betroffenen leben fünf Jahre nach der Diagnose noch. Gemeinsam wurden Symptome sowie die MR-Bildgebung besprochen. Die Teilnehmenden arbeiteten aktiv mit und diskutierten die Sequenzen engagiert. Anschliessend wurde das Thoracic-Outlet-Syndrom behandelt, ein neurovaskuläres Kompressionssyndrom mit drei Formen: neurogen, arteriell und venös. Auch hier wurden Klinik und MRT-Protokolle besprochen. Der Vortrag sowie der anschliessende Austausch lieferten wertvolle Impulse für den Praxisalltag.

Moderne Thoraxbildgebung: CT, UHR und Dual Energy
Vor dem Mittag stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: die Thorax-Computertomografie unter dem Titel «Was bringen UHR und Dual Energy?» (UHR = Ultra-High-Resolution-CT). Referent war Prof. Dr. med. Matthias Eberhard, leitender Arzt am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie des Universitätsspitals Zürich. Zunächst erläuterte er technische Grundlagen – von EID bis hin zum modernen Photon-Counting-Detektor. Im zweiten Teil ging es um die Möglichkeiten der spektralen Thoraxbildgebung, darunter Iodkarten, virtuelle native Bilder und monoenergetische Rekonstruktionen. Abschliessend wurde die UHR-Darstellung der Lunge thematisiert. Eindrücklich wurde aufgezeigt, dass Photon-Counting-CT das Potenzial bietet, die Strahlendosis zu reduzieren und gleichzeitig die Bildqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern. Ein hochaktuelles Thema, das die Radiologie auch in Zukunft begleiten wird.

In der Mittagspause wurde intensiv diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und bei strahlendem Sonnenschein ein feiner Lunch im Freien genossen.

Nach der Pause ging es mit Matthias Eberhard interaktiv weiter. Mithilfe der App Rapmed blieb niemand untätig: Anhand praxisnaher Fallbeispiele konnten die Teilnehmer: innen aktiv mitdenken und mitraten. So blieb auch nach der Mittagspause die Aufmerksamkeit hoch. Der Titel der Präsentation hielt, was er versprach: Wohl jede und jeder hatte mindestens einen Fall, der nicht sofort einzuordnen war.

Kardiale Pathologien und Abschluss
Anschliessend referierte Dr. med. Annette Schumacher, leitende Ärztin für Kardiologie am Zuger Kantonsspital, über kardiale Pathologien mit Fokus auf CT- und MRT-Bildgebung. Zu Beginn wurde ein zentrales Element der Herzdiagnostik behandelt: das EKG. Es wurde aufgezeigt, was als normal gilt, was pathologisch ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Danach folgte das Herz-CT mit seinen Indikationen – ein wichtiger Aspekt, um die geeignete Modalität zu wählen. Gemeinsam wurde eine Checkliste erarbeitet, um die optimale Beurteilung der Koronararterien sicherzustellen. Anhand der Empfehlungen der European Society of Cardiology (ESC) wurde zudem die klinische Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit thematisiert und deren Einfluss auf die Diagnostik erläutert.

Im Anschluss wurden spannende Patient:innenfälle präsentiert. Danach ging es weiter mit dem Herz-MRT: Auch hier standen zunächst Indikationen und Untersuchungsabläufe im Fokus. Es folgten eindrückliche Fallbeispiele, unter anderem zu Myokarditis, Sarkoidose, Amyloidose, Infarkten sowie idiopathischen Erkrankungen.

Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Referent:innen. Sie haben mit grossem Engagement, Fachwissen und spürbarer Leidenschaft diesen lehrreichen Tag ermöglicht.

Ein weiterer Dank gilt unseren Sponsoren:

  • Bracco
  • Intellimed
  • Landi BippGäuThal
  • Medeo
  • Siemens Healthineers

Ohne ihre Unterstützung wären solche Veranstaltungen nicht möglich – herzlichen Dank für die Grosszügigkeit.

Zum Schluss möchten wir uns bei allen Teilnehmer:innen bedanken. Es hat uns sehr gefreut, so viele von euch in Olten begrüssen zu dürfen. Euer Interesse und der rege Austausch haben diesen Tag besonders gemacht.

Bildungsgruppe der Sektion Deutschschweiz

Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen Sie unsere Arbeit. Werden Sie Mitglied – Ihre Berufskolleg:innen sind Ihnen dankbar für Ihr Interesse, Engagement und Ihre Solidarität.
Mitglied werden
© 2026 SVMTR. Alle Rechte vorbehalten.